14.09.2014 – Lebewohl, Kinderonkologie!

Die allerallerletzte Nacht auf Station! Es tut gut zu wissen, dass wir von nun an nie mehr hier übernachten müssen.

Es ist heute genau 8 Monate her, dass die allerfurchtbarsten Stunden unseres Lebens anbrachen.
In der Nacht damals lag ich mit dir im Krankenhaus auf der Infektionsstation. Hielt dich apathisches, kraftloses, hilflos wimmerndes und dann doch wieder schrill schreiendes und erbrechendes Bündel im Arm und bin schier wahnsinnig geworden vor Verzweiflung und panischer Angst. Und jeder sagte, du hättest doch nur einen Magen-Darm-Infekt… Was sich nur wenige Stunden später als schrecklicher Irrtum herausstellen sollte…  

8 Monate…

Und nun hast du schon durch so vieles durchgestanden, bist so „erwachsen“ geworden und hast so viel gelernt, was ein Kind in deinem Alter eigentlich gar nicht wissen dürfte: du legst dich für die Blutabnahme und den Verbandswechsel in Warteposition, assistierst beim Blutdruckmessen, bereitest das Thermometer für das zweimal tägliche Temperaturmessen vor, pappst dir das Pulsoxi ganz akkurat selbst an deinen Fuß, klingelst nach der Schwester wenn die Geräte piepen…

8 Monate… Dein halbes Leben…

Heute kehren wir der Kinderonkologie den Rücken und sagen „Lebewohl“.
Um 11:40 Uhr ertönt ein letztes Piepen der Geräte, das uns das Ende der Spülung nach der Chemo anzeigt.
Es ist nun wirklich und wahrhaftig geschafft. Die Chemotherapie ist überstanden. Vorbei und abgeschlossen. Unglaublich!
Befreit von allen Strippen essen wir noch zu Mittag, überreichen den Schwestern danach einen Abschieds-Präsentkorb und verabschieden uns von allen. Die Küchendame hat dich sehr ins Herz geschlossen – wie du sie auch, immer lachst du sie an und schäkerst mit ihr. Sie wird dich vermissen und hat bei der Verabschiedung Tränen in den Augen. Es ist so rührend.

Nun kann unsere Familienzeit beginnen. Die nächsten Wochen werden wir (abgesehen von den Klinikterminen) daheim sein. Keine Nacht mehr auf Station! Ein neuer Abschnitt beginnt.

3 Kommentare zu „14.09.2014 – Lebewohl, Kinderonkologie!

  1. Liebste Dani & Familie,
    ich habe erst gestern Abend von Eurem unfassbarem Schicksal erfahren. Mir fehlen irgendwie total die Worte …
    Ich glaube ich muß das jetzt irgendwie erst einmal sacken lassen. Ich habe so großen Respekt vor Eurer Leistung.
    Seid fürs erste von uns ganz dolle gedrückt.

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    1. Liebe Sanni,
      wie schön, ein Lebenszeichen von euch zu bekommen!
      Wenn du meine Mail von gestern nicht erhalten hast (ich habe nämlich eine Fehlermeldung bekommen), schreibe einfach an meine Blog-E-Mail unter Kontakt.
      Ich hab mich sehr gefreut, dich hier zu lesen.

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  2. Unfassbar. Unfassbar schön das zu lesen. Ein aufatmen aus weiter Ferne.
    So oft dachte man hilflos „oh gitt sowas darf nicht sein! Bitte lass alles gut werden. So oft krz mit euch gefreut und sann rumms die Gefühlsachterbahn ein Stück weit mit runter gestürzt. Und nun wirklich aufatmen, wirklich freuen, dani??? Das ist so wunderschön. Oft hab ich gelesen und konnt nix sagen, ganz perplex… Und nun geht es mur ähnlich aber im positiven!!!

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