01.10.2014 – drittes Kontroll-MRT

Bevor heute zum dritten Mal ein Kontroll-MRT gemacht wird, habe ich es gestern Abend nun doch endlich mal geschafft, die CD mit den bisherigen MRT-Bildern anzuschauen.
Neben den Bildern sind auch drei Befundberichte auf der CD. Beim letzten Bericht vom August steht weiß auf schwarz und ganz eindeutig:

„Kein Beweis mehr für einen Turmorrest oder ein Rezidiv.“

Weg? Nichts mehr da? Und warum sagt uns das keiner, wenn es so im Bericht steht? Warum heißt es, der Tumorrest sei zwar geschrumpft, aber noch minimal vorhanden? Schonung für unsere Nerven? Nicht zu viel Hoffnung geben? Egal.
Wir mussten das erst einmal sacken lassen. Das gibt Auftrieb. Kein Zweifel, du schaffst das! 

Am Morgen weckt uns Papa, wir haben verschlafen. Ich mache mich und dich in Windeseile fertig, als Justus völlig verschlafen ins Bad kommt und sagt: „Mama, ich bin so müde, aber ich bin extra zeitig aufgewacht, damit ich mich noch von euch verabschieden kann.“

Eine Viertelstunde später als geplant machen wir uns auf den Weg in die Klinik, quälen uns durch den dichten Verkehr, ergattern einen Parkplatz direkt vor der Tür und erscheinen wie vorgesehen pünktlich um 07:15 Uhr auf Station.
Eine halbe Stunde später liegst du bereits sediert im MRT-Raum und ich gehe ins unser Zimmer zurück.
Eigentlich soll die Untersuchung nicht länger als anderthalb Stunden dauern, doch erst nach knapp 3 Stunden – das MRT musste wegen technischer Probleme runter- und wieder hochgefahren werden – kann ich dich wieder abholen.

Während ich auf dich warte, bittet mich der Stationsarzt zum Gespräch. Er habe mitbekommen, dass wir davon ausgehen, dass nach der Bestrahlung deine Therapiezeit beendet sei. Das erstaunt ihn, denn für ihn war klar, dass wir wissen, dass nach der Strahlentherapie noch 6 (sechs!) weitere Chemozyklen angedacht sind. S-E-C-H-S Zyklen! Noch ein Schlag ins Gesicht. Ich kann nicht glauben, was ich da höre. Das bedeutet noch mindestens ein weiteres Jahr Chemotherapie! Von Februar bis jetzt hast du vier Zyklen hinter dich gebracht.
Warum erfahren wir das erst jetzt? Warum hat der Oberarzt im Vorgespräch zur Chemotherapie gesagt, dass du ab April 2015 in den Kindergarten gehen kannst? Was ist nun mit der Familienreha? Der Stationsarzt entschuldigt sich tausendmal und gibt zu, dass da einiges schief gelaufen ist.
Ich bin bedient. Dein Papa ebenso. Wir besprechen, wie wir vorgehen wollen, wägen Risiken und Nutzen ab und sind uns schnell einig.
Erst einmal wird die Bestrahlung erfolgen. Schritt für Schritt, einer nach dem anderen. Danach wird sich zeigen, ob eine weitere Behandlung tatsächlich angeraten ist.

Das Ergebnis des MRTs werde ich wohl erst in Heidelberg erfahren.
Morgen nach deinem Augenarzttermin bekomme ich die CD mit den Bildern, die ich in Heidelberg abgeben werde.
Damit sind allmählich alle Vorbereitungen erledigt. Nun überlegen wir, was wir für unser neues Zuhause alles mitnehmen wollen – es grenzt an einen kleinen Umzug…

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